Bienenwiesen – worauf kommt es an?

Die Tage sind grau und es wird jeden Tag früher dunkel. Damit kein Herbst-Blues aufkommt, kann der Gedanke an die großen und kleinen Gartenprojekte für das kommende Jahr eine willkommene Ablenkung sein. Ein schönes, farbenfrohes Vorhaben ist das Anlegen einer Blühwiese (auch „Bienenwiese“ oder „Blumenwiese“).

Seit dem Bürgerbegehren zur Artenvielfalt und Naturschönheit (Motto „Rettet die Bienen“) in 2019 ist der Insektenschutz in das Bewusstsein der Menschen in Bayern gerückt und viele möchten durch das Anlegen einer Bienenwiese als Nahrungsquelle für Biene und Co. einen Beitrag leisten. Welche Punkte Sie dabei beachten sollten, möchten wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

Auf das richtige Saatgut kommt es an

Im Handel finden sich verschiedene Saatgutmischungen mit unterschiedlichen Anteilen an Kräutern und Gräsern. Wenn Ihre Blühwiese nicht nur schön aussehen soll, sondern auch als Nahrungsquelle für Insekten dienen soll, achten Sie darauf eine gebietsheimische („autochtone“) Saatgutmischung zu verwenden. So sind die ausgesäten Pflanzen typische Arten der Region und werden auch sicher von den heimischen Insekten besucht und als Nahrungsquelle angenommen. Regionales Saatgut ist zudem optimal an die lokalen Bodenbedingungen angepasst, so dass die Pflanzen auch entsprechend wachsen. Wenn Sie also Saatgut kaufen, achten Sie auf die Angaben zu den 22 deutschen Saatgutzonen. Der Großraum München gehört zur Zone 16 (Alpen und Alpenvorland).

Eine weitere, bezüglich des Saatguts zu treffende Entscheidung, ist die Wahl von einjährigem oder mehrjährigem Saatgut. Einjährige Saatgutmischungen enthalten oftmals Pflanzenarten, die frostempfindlich sind und in den Folgejahren nicht mehr wachsen. Für den Erhalt der Blühwiese muss bei einjährigem Saatgut also der Boden jedes Jahr neu bearbeitet und das Saatgut neu ausgebracht werden. Mehrjähriges Saatgut geht auch in den Folgejahren ohne Einschränkung wieder auf. Einjährige Mischungen sind eher für „Generalisten“ und mehrjährige Mischungen besser für „spezialisierte“ Insektenarten geeignet. Hier muss man einfach nach den eigenen Präferenzen entscheiden.

Bienenwiesen brauchen viel Sonne

Damit Ihre Bienenwiese in voller Pracht erblühen kann, sollte sie an einem vollsonnigen Standort mit nährstoffarmen und wasserdurchlässigen Boden angelegt werden. Damit sich Insekten wohlfühlen, sollte der Standort auch möglichst ruhig gelegen sein.

Ein guter Zeitpunkt für die Aussaat der Wiese sind die Monate April bis Juni.

Zunächst ist die vorhandene Grasnarbe mit einem scharfen Spaten abzuschälen und zu entfernen. Anschließend gräbt man den Boden um, lockert ihn auf und entfernt Steine, Wurzeln etc., bevor die Fläche planiert und mit einer Walze verdichtet wird. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann den geplanten Standort bereits im Herbst bearbeiten und im Frühjahr nochmals.

Die gewählte Saatgutmischung wird mit dem Streuwagen oder per Hand auf die Fläche ausgebracht. In der Bedienungsanleitung steht wie viel Gramm je Quadratmeter zu säen sind. Meist reichen schon 2 gr pro qm (halber Handteller). Um eine Überansaat zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, wenn Sie das Saatgut mit Sand, Erde, Sägemehl oder Sojaschrot strecken und diese Mischung dann auf der Fläche gleichmäßig verteilen.

Zu guter Letzt sollte das Saatgut für eine optimale Bodenhaftung noch angewalzt/angestampft werden. Danach heißt es Geduld, Geduld, Geduld. Es kann ein paar Wochen dauern bis erste Ergebnisse sichtbar werden.

Der Pflegebedarf von Bienenwiesen ist sehr gering

In den ersten Wochen nach der Ansaat sollten Sie darauf achten, dass die junge Wiese nicht austrocknet. Nach circa 10 Wochen sollten Sie die Wiese das erste Mal mähen. Die erste Mahd dient vor allem der Entfernung sich im Boden befindlicher Unkräuter. Die neu angesäten Kräuter und Blüten kürzen Sie dabei zwar auch, aber sie wachsen als noch dichterer Teppich nach. Nach nochmal 12 Wochen sollte die zweite Mahd erfolgen. Bitte achten Sie darauf, die Wiese jeweils auf zweimal mit ein paar Wochen Pause dazwischen abzumähen, da den Insekten sonst von jetzt auf gleich Ihre gesamte Nektarquelle genommen würde.

Zumal Bienenwiesen einen nährstoffarmen Boden benötigen, sollten Sie sie auf keinen Fall düngen. Ebenso sollten eine Bienenwiese nicht betreten werden, da sie sehr trittempfindlich ist und sich nur schwer wieder erholt. Wer seine Wiese trotzdem aus nächster Nähe betrachten möchte, kann z.B. Spazierwege in ihr anlegen.

Wer sich für mehrjähriges Saatgut entschieden hat, sollte nicht enttäuscht sein, wenn die Wiese im ersten Jahr noch etwas mager erscheint. Manche Pflanzenarten brauchen 2-3 Jahre bis sie voll entwickelt sind.

Wie Sie sehen, ist die Anlage einer Bienenwiese ein schönes und einfaches Gartenprojekt, das einen tollen Beitrag zum Naturschutz leistet. Als Fachfirma beraten und unterstützen wir Sie gerne bei diesem Vorhaben. Kommen Sie gerne auf uns zu.

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